@title: Zwielicht
@author: Eichendorff, Joseph von
@year: 1815
@collection: Ahnung und Gegenwart
@publisher: Johann Leonhard Schrag
@address: Nürnberg

Dämmrung will die Flügel [a/ʃ_p_r_ai_t_ə_n]spreiten
Schaurig rühren sich die [b/b_oi_m_ə]Bäume
Wolken ziehn wie schwere [b/t_r_oi_m_ə]Träume -
Was will dieses Graun [a/b_ə_d_oi_t_ə_n]bedeuten?

Hast ein Reh du lieb vor [c/a_n_d_ə_r_n]andern,
Laß es nicht alleine [d/g_r_aː_z_ə_n]grasen,
Jäger ziehn im Wald und [d/b_l_aː_z_ə_n]blasen,
Stimmen hin und wider [c/w_a_n_d_ə_r_n]wandern.

Hast du einen Freund [f/n_iː_d_ə_n]hienieden,
Trau ihm nicht zu dieser [g/ʃ_t_ʊ_n_d_ə]Stunde,
Freundlich wohl mit Aug' und [g/m_ʊ_n_d_ə]Munde,
Sinnt er Krieg im tück'schen [f/f_r_iː_d_ə_n]Frieden.

Was heut' müde gehet [h/ʊ_n_t_ə_r]unter,
Hebt sich morgen neu [i/g_ə_b_oː_r_ə_n]geboren.
Manches bleibt in Nacht [i/f_ə_r_l_oː_r_ə_n]verloren -
Hüte dich, bleib wach und [h/m_ʊ_n_t_ə_r]munter! 
